Samstag, 4. Oktober 2008

Reisen wie vor hundert Jahren...


Essen Hauptbahnhof in Vorbereitung auf "Kulturhauptstadt 1910" - äähm 2010: Hier trägt! man seit neuestem seine Gepäckstücke, Kinderwagen, Fahrräder... vom und zum Bahnsteig die steilen Treppen hoch und runter. Wegen Umbauarbeiten ersatzlose Streichung jeglicher Usability. Sämtliche Infrastruktur, die einen Bahnhof ausmacht, ist in einer der verkehrsreichsten Regionen Deutschlands bis Ende 2009 radikal ausser Kraft gesetzt. Danach soll aber alles umso besser werden. Sind ja nur noch ein paar Tage...

Kommentare:

Pulk hat gesagt…

Ist das den wirklich so wichtig, dass man halb Deutschland damit rohrpostmäßig beschickt?

Zorah Mari Bauer hat gesagt…

Hallo pulk,
dankeschön für Deinen Kommentar!
Warum sollte man nicht auch über ein Forum für Medienkunst und -kultur einen Blick hinter die Kulissen einer Stadt werfen, die sich gerade auf dem Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 befindet? Wie geht sie damit um? Wie bindet sie die Region und vor allem die Menschen die hier leben in diesen Prozess mit ein? Wie kommuniziert sie diesen Wandel?

Ich war ehrlich gesagt schon etwas überrascht, als ich neulich ahnungslos am Hauptbahnhof Essen ankam und alle selbstverständliche Infrastruktur eines Bahnhofs ausser Kraft gesetzt war. Hier gibt es keine Schalter, keine Rolltreppen, niemand wusste wo das Ersatz-Reisezentrum ist, die Toiletten befinden sich provisorisch ne steile Treppe tiefer im Keller und für einen Gepäckträger muss man sich mindestens einen Tag vorher schon telefonisch angemeldet haben. Plötzlich kann ich nicht mehr ganz easy in den nächsten Zug springen... Diese rigorose Umkehr von Mobilität ist irritierend aber (zumindest für mich) auch interessant.

Ich werde diesen Prozess jedenfalls weiterhin im vorbeigehen mit meiner Handycam dokumentieren und bin schon gespannt, was ich auf dem Weg zur Kulturhauptstadt bis 2010 noch so alles erleben werde...