Mittwoch, 24. Februar 2010

Mobile Bildästhetik - Quick & Dirty?

Zorah Mari Bauer befragt Kreative und Künstler zur mobilen Bildästhetik via Handycam:



Ulla Barthold, Kamerafrau und Hochschul-Dozentin für Bildgestaltung, sagt JA zur schnellen Bildästhetik via Handycam, "weil es ein sehr schnelles Medium ist. Weil es ein sehr einfaches Medium ist. Weil es eine ganz spontane Geschichte ist. Weil es einen über den Tag retten kann, indem man kreative Momente auch tatsächlich umsetzen und genießen kann ohne großen technischen Aufwand zu betreiben. Und weil man einen anderen Bezug zur jeweiligen Realität bekommt, wenn man sich damit beschäftigt."

Ulla Barthold
Kamerafrau und Hochschul-Dozentin für Bildgestaltung
Stuttgart | Düsseldorf

Dienstag, 23. Februar 2010

Google Street View

Eben war ein Bericht im TV über Google's Street View und dessen rechtliche Probleme in Deutschland. Bin vor einigen Monaten auch en passant gefilmt worden. Wollte einen Gegen-Schnappschuss schießen: Handy aus der Tasche, Kameradeckel auf, Kameramodus gestartet - da war das Auto längst über alle Berge. So musste ich mich mit der Rolle des "erlegten Wildes" begnügen.

Der Aufnahmewagen fällt zwar wegen seines Aufbaus am Autodach beim näheren Hinsehen auf, ist aber sonst nicht sichtbar gekennzeichnet. So hat man in der konkreten Situation keinen Entscheidungsspielraum, wie man darauf reagieren möchte (aktiv, gestaltend, passiv, suggestiv, agressiv). Also Google, kennzeichnet Eure Street View Autos mal deutlicher, denn hinterher per Einspruch ist echt nur lästiger Extra-Aufwand!

Bin hin- und hergerissen von diesem Service. Einerseits toller Informations-Mehrwert, andererseits - in Händen eines übergroßen Informationsgiganten ist da ein nicht zu unterdrückendes Unbehagen.

Bereits 2003|04 hat mein kollaboratives, multimediales, ortsbasiertes Forum in-der-stadt.net einen ähnlichen Service vorgeschlagen. Allerdings nicht per Top-down gesammelten Bildmaterials, sondern von der Community selbst. Mehr dazu später.

Dienstag, 16. Februar 2010

Mobile World Congress - 15 bis 18 02

In diesem Blog möchte ich authentisch und bewusst subjektiv über mobilen Lifestyle berichten. Im Mittelpunkt meiner Postings steht daher selbst Erlebtes. Um die gängigen Mobil-Themen (Kongresse, neue Gadgets etc.) kümmert sich die mediale Öffentlichkeit ohnedies ausgiebig. Auf den Mobile World Congress sei hier aber trotzdem hingewiesen. Er findet seit gestern in Barcelona statt. Wer vorbeischauen möchte: bis 18 02 gibt es dort die latest News über mobile Weltneuheiten.

http://www.mobileworldcongress.com/index.htm
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"Collected shadows" - Die Kunst liegt auf der Straße



Mal hastet man eilig zum nächsten Termin, dann wieder bummelt man zwar gemütlich, hat aber nur Augenmerk für die Neuigkeiten in den Schaufenstern. Wer achtet da schon auf seinen Schatten? Die Künstlerin Annette Vahle hat genau das gemacht. Sie hat die Schattenbilder von Menschen, denen sie unterwegs begegnet ist, von der Straße "aufgesammelt". Die individuellen Schattenumrisse hat sie direkt vor Ort per Textilbahnen ab- und dann mitgenommen. Ihre eindrucksvollen Fundstücke kann man noch bis Ende dieses Monats in der 'Galerie' (Mommsenstraße, Berlin) bestaunen.

AMERET
Collected shadows
Mommsenstrasse 32, 10629 Berlin
(3 Minuten vom S-Bahnhof Charlottenburg)

Bis 28.02.2010
mittwochs bis samstags
14-19 Uhr

Nach Terminabsprache
auch kurzfristig unter
0160 446 47 47

Dienstag, 2. Februar 2010

Ballsaison in Wien


Slidehow zeigen

...erlebt in meinem Lieblings-Stoffgeschäft auf der Mariahilferstrasse. Ein wahrer Farbenrausch! In diesem urigen, alteingesessenen G'schäftl bekommt man über mehrere Etagen eine unüberschaubare Fülle an Rüschen-, Stickerei-, Plissee-, Samt-, Seidestoffen und mehr geboten.

Über abgegangenes Fischgrätparkett, dessen Klappern mit alten Teppichen etwas gedämmt werden soll, flaniert die Wiener Ball-Schickeria an den opulenten Stofftischen vorbei und lässt sich im etwas heruntergekommenen Glanz des Interiors die edlen Tuche zeigen, denen man in dieser Ballsaison begegnen wird. Ein sympathischer Kontrast, den ich bei meinen Wienbesuchen gerne immer wieder neu erlebe.

Dienstag, 26. Januar 2010

Blick hinter die Fassade



Aufgeschnappt mit dem Handy, nahe Flughafen Wien|Schwechat vom Flughafenshuttle aus. Von mobilen Schnappschüssen kann man keine durchkomponierte Bildästhetik erwarten. Ihre Ästhetik spielt sich in anderen Kategorien ab - in der Authentizität eines augenblicklichen Erlebniskontextes? Oder dürfte ich das Bild gar nicht veröffentlichen, weil der Krahnhals doch so unvorteilhaft nach hinten geneigt ist?

Ausser Spesen nix gewesen

Flughafen Köln|Bonn

Über ein analoges Poststück, das von unterwegs per Snailmail auf den Weg gebracht werden soll:

Der Papierbogen, der vor mir liegt, ist o.k. Er hat die erste Reise-etappe im prall gefüllten Koffer mit nur leichten Beulen überstanden.

Das Schriftstück ist fertig getippt im Notebook und wartet auf den Ausdruck. Wo bekomme ich eine Druckmöglichkeit her? Einfallsreichtum ist gefragt.

Hat geklappt, war aber nicht einfach!

Jetzt fehlen nur noch Briefmarken. Die werde ich später auf dem Weg zum Bahnhof schnell noch beim Automaten ziehen.

Unter post.de gecheckt, wieviel Porto drauf muss. Kann ja nicht auch noch meine digitale Waage mit auf Reisen nehmen. Also lieber großzügig bemessen - sicher ist sicher, nicht dass dadurch unnötige Verzögerungen entstehen.

Eben auf bahn.de den neuen Verspätungsservice eingesehen: Meine Zugverbindung zum Flieger hat nennenswerte Verzögerung. Ich disponiere um, muss nun doch versuchen, den vorhergehenden Zug zu erreichen. Das wird knapp. Meinen Schlenker zur Post kann ich vergessen.

Ich rekapituliere: Post innerhalb Deutschland 1 bis 2 Tage, von Wien aus mindestens 3, meistens 4 Tage. Letzteres wäre zu spät. Also muss das Schriftstück noch VOR meinem Abflug zur Post.

Zugverspätungen haben auch ihr Gutes. Sitze jetzt in einem früheren, auch deutlich verspäteten Zug. Bin dadurch quasi fast wieder im Fahrplan.

Flughafen Köln|Bonn: Wo kann ich denn hier einen Brief aufgeben? Die freundliche Flughafenangestellte weist mir den Weg zum einzigen Briefmarkenautomaten am Terminal.

Was für ein Glück, Briefmarken und -kasten in trauter Zweisamkeit!

Ich krame Kuvert und Portemonnaie aus der Tasche und berühre den abgeblendeten Bildschirm. Nichts tut sich.

Der Toilettenfussbodenreinigungsmann schiebt nebenan am WC-Zugang seelenruhig seine Reinigungsmaschine vor sich her. "Na sehn sie denn nicht, der Automat kann nicht gehn, da musste doch der Stecker für unsere Maschine dran".

Bereitwillig steckt er nach einer längeren Besinnungspause den Briefmarkenautomatenstecker wieder in die Steckdose.

Out of Order! prangt es auf dem Display. Nein, das kann nicht sein, so kurz vor dem Ziel! Ich tippe fassungs- und daher wahllos auf den Tasten. "Na vorhin grade ging er noch", bestätigt mir der Servicemann und zeigt keinerlei Anzeichen von Reue.

5 Minuten früher und meine Snailmail Odysee hätte ein gutes Ende gefunden, also...

Wien Schwechat an. Wien Westbahnhof an.

Schnell noch mit schwerem Gepäck über Rollsplit zur Post, bevor die vielleicht auch noch schliesst.

Endlich! Der Brief ist auf dem Weg...

Better Late than Never!