Mittwoch, 3. September 2014

Ars Electronica 2013 - Leben aus dem Labor

Als Einstimmung auf die diesjährige Ars electronica ein Rückblick mit Impressionen aus dem Jahr 2013.

Objekt von Patricia Piccinini

Die Ausstellung "Projekt Genesis" widmet sich dem Leben aus dem Labor. In einer Auswahl von Forschungsexponaten und Schautafeln wird die Vielfältigkeit dieses Themenbereichs nicht nur anschaulich sondern auch gut verständlich dargestellt. Eine Ausstellung für Jung und Alt.



Common Flowers / White Out
Georg Tremmel (JP/AT) & Shiho Fukurhara (JP)

Die blaue Nelke war die erste genmanipulierte Pflanze, die kommerziell vertrieben wurde. Das Projeket "Common Flowers / White Out" entwickelt Strategien, wie in genmanipulierten Pflanzen Gene wieder entfernt werden können und stellt die Frage nach der Definition: Gelten solche wieder in den Ausgangszustand zurück versetzten Pflanzen weiterhin als genmanipuliert?



Metabodies
Sonja Bäumel (AT) & Manuel Seig (AT)

In unserem Körper leben Milliarden von Bakterien. Die Arbeit von Sonja Bäumel und Manuel Seig führt vor Augen, dass wir Menschen wahre Biotope sind. Ihr bakterieller Abdruck menschlicher Haut eröffnet völlig neue Perspektiven in diesen mikrobakteriellen Raum.



Opimilk
Teresa Dillion (IE) / Naomi Griffin-Murtagh (IE) / Claire Dempsey (IE) / Aisling McCrudden (IE)

Künftig könnten Schmerzmittel statt aus sterilen Labors direkt aus dem Euter einer Kuh kommen. Der Organismus als lebener Biorekator? Das Forschungsprojekt Opimilk legt diese Logik dar.

Ars Electronica - people_scans



people_scans

Der Fotograf Kurt Hörbst (AT) hat seine ganz spezielle Form der Portraitfotografie entwickelt. Mittels einer selbstgebauten technischen Vorrichtung werden die Portraitierten hochauflösend abgescannt. Das Ergebnis wird dann aus der Liegepostion um 90 Grad hochgeklappt und ergibt Ganzkörper-Portraits der anderen Art.



Montag, 30. Juni 2014

Hate - Love



Klare Bekenntnisse, gefunden im Hamburger Schanzenviertel...



Und ich kann zum gegebenen Anlass dieses beisteuern: ein mobiles ortsbasiertes Fußballspiel, das ich für die Euro 2008 konzeptioniert habe. Auf einem virtuellen Spielfeld mit realem Ortsbezug muss ein virtueller Spielball via Handy ins Tor gebracht werden. Jeder, der mit seinem mobilen Device vor Ort in der zulässigen Mobilfunkzelle ist, kann zum Mitspieler und zum Bestandteil des Schwarmes werden.

Samstag, 31. Mai 2014

Parken nach Gehör...



Piep, piep, piep... "Parken nach Gehör" ist nicht länger ein Witz, wie ich heute selbst feststellen konnte. Fehlt nur noch die Augmented Reality als Grundausstattung und das Auto ist perfekt ;-)

Sonntag, 2. März 2014

Maus



Meine persönliche erste Maus aus den 80er Jahren. Es gibt sie auch noch ganz real! Ich kann mich einfach nicht von Ihr trennen. Was für die einen ist Hund und Katz ist bei mir halt die Computermaus.



Und das ist historisch die erste Maus: Douglas Engelbart hat den Prototypen 1968 in San Francisco vorgestellt. Schaut Euch unbedingt das Video an. Es ist ein schönes Zeitdokument. Engelbart hat damals auch bereits eine Art Hypertext Modell vorgestellt, das erst in den 90er Jahren durch das World Wide Web seinen Durchbruch haben sollte.

Obwohl die Computermaus die letzten Jahrzehnte auf so gut wie jedem Schreibtisch weltweit zu finden war, ist ihr Erfinder davon nicht reich geworden. Vom Computerzubehör Hersteller Logitech wurde ihm – sozuagen zur Ehrung seiner Erfindung - ein Büro zur lebenslangen Nutzung zur Verfügung gestellt. Douglas Engelbart ist 2013 verstorben.

Samstag, 22. Februar 2014

"Netzkultur Identity sucks"



"Netzkultur Identity sucks"
Berliner Festspiele und
Bundeszentrale für politische Bildung
HEUTE - 22. Februar 2014, Ab 18h
u.a. mit Miriam Meckel, Dr. Reyhan Sahin, Anne Roth, DJ Red Rack'em und Mobus.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Was ist digital?



Digial ist anders. Falls nicht zu erkennen: Auf dem Plakat sieht man einen Haufen Teddybären. Alle in Brauntönen, nur einer ist Rot! Das Plakat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Wissenschaftsjahr 2014 ist hiermit verlinkt.

Sonntag, 26. Januar 2014

Muttis SMS-Wetterdienst



Breaking News *** Breaking News *** Breaking News

"LB ZORAH: WETTERDIENST BERLIN BRANDENBURG SEHR KALT NEUER SCHNEE V WESTEN AUCH GLATTEIS ALSO VORSICHT GRUSS VON MUTTI".

Muttis persönliche Wetterwarnung von heute 18.42 Uhr aus der fernen Österreich gebe ich gerne auch an meine Freunde in Berlin und Brandenburg weiter. Tja, Muttis Handydaumen ist auch jenseits der 80 immer up to date :-)

Mittwoch, 4. September 2013

Ars Electronica 2013

Morgen Do 5. bis Mo 9. September findet in Linz / Österreich wieder die Ars Electronica statt.

Ars Electronica 2013
"TOTAL RECALL – The Evolution of Memory"
"Beim Festival Ars Electronica 2013 geht es um Erinnerungen, um Speichern, um das, was wir zurücklassen und warum wir das tun. Die biologischen Grundlagen der Erinnerung werden ebenso diskutiert, wie der aktuelle und zukünftige Stand der Dinge in Sachen Datenverarbeitung und Speicherung." www.aec.at/totalrecall

Nachfolgend einige Impressionen von der Ars Electronica 2012.


Joe Davis (US)
„bacterial radio“ (Goldene Nica 2012)


Golan Levin (US) / Shawn Sims (US)
“The Free Universal Construction Kit”
(Auszeichnung 2012)


What is your Wish?


Eric Paulos (US)
“Energy Parasites” (Anerkennung 2012)

Donnerstag, 22. August 2013

Creativity in the Post-Google Generation



Auf der Ars Electronica im September 2012 habe ich Xaviere Masson von "Le Laboratoire Paris" getroffen. Angeregt zu dem im Video dokumentierten Austausch hat mich eine Frage, die mich schon länger umtreibt: Wie kann man Environments des mobilen Lifestyle konkretisieren, in dem Micro-Märkte dynamisch aus dem Nichts heraus entstehen und Produkte nachfragen, die es noch gar nicht gibt? Wie lassen sich Wissensmanagement und Ausbildung für derart unscharfe Settings der Zukunft konzeptionieren?

Xaviere Masson ist Teil eines innovativen Bildungsprojekts, das sich genau dieser Fragestellung widmet: Die Initiative geht auf den franko-amerikanischen Harvard Professor David Edwards zurück, der letztes Jahrzehnt in Boston/USA das erste "ArtScience Lab" an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft, Business und Bildung zu diesem Zweck gegründet hat.

Inzwischen gibt es über den Globus verteilt eine Reihe dieser "Creativity in the Post-Google Generation"-Labs. Sie sind unterschiedlich organisiert, arbeiten mit Studierenden und Schülern verschiedener Schulsysteme und Schulstufen und haben individuelle Aufgaben zum Ziel. Allen gemeinsam ist das von Edwards zugrunde gelegte Konzept der "Idea Translation" und das geht so:

Die teilnehmenden Teams eines Lehrgangs entwickeln eine fundierte innovative Idee, machen sich auf die Suche nach beratenden Experten und gehen den steinigen Weg der Realisation. „Das geht nicht…, das kann man nicht…", steht dabei nicht auf dem Lehrplan, "learning by doing and by making mistakes" aber schon.

Heraus kommt dabei eine kulturelle Innovation, ein innovatives Produkt, ein Startup und manchmal auch gar nichts. Auch das ist OK. Hauptsache man geht die Dinge an und baut Barrieren im Kopf ab, die einem Richtung Realisierungsziel im Wege stehen. So faszinierend lebensnah wird Lernen 3.0 also sein!

Montag, 6. Mai 2013

re:publica 2013 und Rückblick

Die Netzgemeinde trifft sich zur Zeit bei der re:publica 13. Die Konferenz rund Themen des Netz 2.0 findet diese Woche (Mo 6. bis Mi 8. Mai) in Berlin statt. Wer nicht Gelegenheit hat selbst vorbeizuschauen: Es gibt einen Livestream von ausgewählten Events. Auch ich werde hier auf "mobile & digital lifestyle" wieder darüber berichten.

RE:PUCBLICA RÜCKSCHAU 2012
Wer wissen möchte, wie ich die re:publica 2012 erlebt habe: Nachfolgend findet ihr meinen Bericht vom 5. Mai 2012.



Mittwoch dieser Woche, habe ich kurzentschlossen meine Videokamera geschnappt und bin zur re:publica (#rp12) in Berlin-Kreuzberg. Die internationale Bloggerkonferenz fand dieses Jahr zum 4. Mal statt. Unter dem Motto "Act!on" war der Themenschwerpunkt der dreitägigen Konferenz die Bedeutung sozialer Medien für politische Bewegungen und dadurch angestoßene gesellschaftliche Veränderungsprozesse.

Eigentlich wollte ich aus Zeitgründen nur ein wenig reinschnuppern und kurz darüber berichten. Doch vor Ort dann die Ernüchterung: Presse-Akkreditierung zu spät hieß es, Walk-In Kurzzeittickets 170 Euro aufwärts. Das war mir für ein paar Stunden Reinschnuppern dann doch zu teuer. Habe spontan beschlossen: Ich werde mir die Eindrücke von meiner ersten re:publica (#rp12) aus zweiter Hand zusammen sampeln. So ist der vorliegende VBlog-Bericht entstanden, "re:publica second_hand. Ein Konferenzbericht aus zweiter Hand".

Im Laufe des ersten Konferenztages bekam ich indirekt nicht nur interessante Eindrücke von den Veranstaltungen. Ich hatte auch eine Reihe anregender Begegnungen mit den bunt gemixten Besuchern der Bloggermesse. Eine Auswahl habe ich hier für euch zusammengestellt. Schaut rein und erfahrt aus "zweiter Hand", what's going on ;-)



HENRIKE
"Menschenrechte und Internet - Zugang, Freiheit und Kontrolle": Es ging um ein Projekt der Uni Basel, wo untersucht wird, wie man Menschenrechte über das Internet visualisieren [...] kann. Also jeder kann das... Wenn er vor Ort ist und Menschenrechtsverstöße filmt oder sieht oder fotografiert - das kann dort eingestellt werden. Das fand ich eine sehr sehr gute Sache."

Über die re:publica Session Menschenrechte und Internet - Zugang, Freiheit und Kontrolle mit Isabel Gahren, Matthias C. Kettemann, Ole Wintermann, Matthias Bärwolff, Fukami, Linda Walter.



RALF | Wuerzblog.de, Wuerzmischung.de, Wuerzburgwiki.de
"Ich war vor allem *zwischen* den Vorträgen da, war kaum in Vorträgen. So kriege ich Menschen mit, Menschen hinter der Technik, hinter den Blogs, hinter dem ganzen Nerdzeugs - das ist toll! Und es ist viel schöner, als die Blogs selber, das reelle Leben - wenn man das überhaupt trennen will..."

Über Vernetzung auf der re:publica und das Leben im physischen und virtuellen Lifespace im allgemeinen.



MANUELA
"Ich freu mich, dass so Menschen wie Volkmar Langer in Universitäten unterweg sind, weil der ein gutes Beispiel dafür ist, dass man altem Denken nicht mit altem Denken begegnen kann, und einer wie er neues Denken da hineinbringt. Ich glaube es ist jetzt an der Zeit, dass Dinge umgesetzt werden."

Über die re:publica Session Raus aus dem Elfenbeinturm! – Forschung und Lehre zum Mitmachen mit Monika E. König, Volkmar Langer, Matthias Fromm, Oliver Tacke.



MICHAEL | @crcdng
"Ich bin Spiele-Entwickler, [...] Location based Games - also Spiele, die man im Stadtraum spielt und die mit dem Ort der Spieler was anfangen können. [...] Ich glaube, dass da ein sehr spannendes Feld der Zukunft liegt."

Über die re:publica 2012 und eigene mobile Gaming Projekte.



MORITZ und KATHARINA
Katharina: "Wir arbeiten beide mit Social Media und mit Internet. Da bot sich das dann an, den Spaß mit der Arbeit zu verbinden und herzukommen." Moritz: "Freunde besuchen und das verbinden mit drei Tagen Arbeit und 1. Mai. Das passt alles irgendwie sehr gut zusammen. Das war der Grund weshalb ich hier bin."

Gerade angekommen auf der re:publica 2012.



PHILIP | @philipsteffan
"Ich war gerade in dem Talk über Hacker Brausen, also über koffeinhaltige Getränke. [...] Es gibt dazu einen Blog im Internet von Freunden von mir. [...] Früher gab es halt Kaffee und Cola. Inzwischen gibts [...] Mate Tees und tausende Varianten. Es war interessant [...] zu erfahren, wie diese Teesorten über Südamerika nach Deutschland gelangt sind und warum es jetzt so eine grosse Auswahl im Kiosk gibt."

Über die re:publica Session Hackerbrause: Schlaflos durchs Weltall mit Jens Ohlig, Jana Ballenthien, Moritz Hasselgruber, Sebastian Vollnhals.



JULIAN | @boomblitz
"Ich komme gerade von einer Veranstaltung, da gings um Blogs in der Wissenschaft. [...] Was Erfolgsfaktoren sind [...] und was man vermeiden muss. Wie begleitet man mit Bloggen die wissenschaftliche Arbeit, wie das wissenschaftliche Publizieren? Und wie kann dies auch anerkannt werden? Als Wissenschaftler hat man ja bisher das Problem, man muss in anerkannten Journals pulizieren. Und es ging auch darum, dass man sieht, welche Bandbreite es an wissenschaftlichen Blogs im deutschen Raum gibt."

Über die re:publica Session Wissenschaft­liches Bloggen in Deutschland mit Leonhard Dobusch, Mareike König, Thorsten Thiel, Max Steinbeis, Daniela Kallinich.



MORITZ und SIMON
Moritz: "Es ist mein zweites Jahr bei der re:publica. [...] Ich war besonders begeistert von dem Vortrag "Make Love not Porn" von Cindy Gallop. Er wurde mitgeschnitten, also auf jeden Fall angucken! [...] Die kann einfach super vortragen." Simon: "Ich [...] war gerade zum ersten mal begeistert [...] heute, als ich beim Panel US-Blogger versus Deutschland-Blogger war. Fand ich ganz cool und konnte dem weitgehend folgen: Die deutschen Blogger sind einfach keine Rockstars. Ja, schon ein bisschen enttäuschend..."

Über die re:publica Session Rockstars und Mimosen – Wie die deutsche Blogosphäre veramerikanisiert wird mit Sascha Pallenberg und über Make Love Not Porn mit Cindy Gallop.



SUSANNE | @TheSandworm
"Ich hab heute hier einen Vortrag gehalten. Insgesamt ist es sehr entspannt hier. Leider funktioniert das WLAN nicht. Aber heraussen sieht man alle möglichen bekannten Gesichter, lernt neue Leute aus der Netzcommunity kennen. Ich glaube das ist eigentlich der Hauptzweck von diesen Veranstaltungen, mehr als die Vorträge an sich."

Über ihren re:publica Vortrag: Der wandelnde Computer-User. Utopien der mobilen Vernetzung (1945-2012) mit Jana Herwig, Susanne Zöhrer.



ALEXANDER | @mindlounge
"Mir ist das Thema Menschenrechte wichtig. [...] Jeder Mensch muss verstehen, dass er ein Teil der Menschenrechte ist und je nachdem, wie er sich verhält, die Menschenrechte die Welt prägen. [...] Wenn [...] durch das Internet alles offen ist und kollaborativ ... wir das sozusagen zusammen machen, zusammen auch transparent machen, dann haben wir gute Chancen, dass es damit vorangeht."

Über die re:publica Session Menschenrechte und Internet - Zugang, Freiheit und Kontrolle mit Isabel Gahren, Matthias C. Kettemann, Ole Wintermann, Matthias Bärwolff, Fukami, Linda Walter.



BORIS | Labkultur.tv
"Ich habe heute ein schönes Panel über Anonymous! gehört und über Open Data Hacking. Spannend war, dass da Aktivisten sind, die so Dinge sagen wie: dass wir keine Führer brauchen und keine Politikergesichter sondern, dass wir das alles [...] selber organisieren können, auch übers Internet und auch über Aktionen die Anonymous! ja mittlerweile berühmt gemacht haben. [...] Keine Leitung haben zu müssen und keine Hierarchien, finde ich super."

Über die re:publica Session Hacking Open Data for Communities. Time to Put Pen to Paper mit Mark Brough, Kat Braybrooke. Anonymous! mit Jacob Appelbaum, Carolin Wiedemann, Frank Rieger, Ole Reissmann.


Samstag, 20. April 2013

"ServerCity" - ein Spiel zu Web 2.0



Spielerisch die Kulturen des Web 2.0 kennenlernen? Botti und R2, Mamsi und Nano-Paps laden dazu ein: Sie sind die Hauptfiguren eines Spiels namens "ServerCity", das im Creation Center der Telekom gerade entwickelt wurde.

Ich durfte schon mal einen Blick auf den Prototypen werfen. Auf der ServerCity Verpackung stand da "A game that reinforces media competence, problem solving and strategic thinking". Und die ersten Eindrücke fand ich sehr überzeugend.

Das Bemerkenswerte ist, dass man bei "ServerCity" ganz ohne High-Tech Ausstattung auskommt. Mit einfachen Spielkarten auf Papier und simplen zusammensteckbaren Avataren wird unterhaltsam und schlau in Logik und Kulturen 2.0 eingeführt.

Offiziell gibt es "ServerCity" anscheindend noch nicht. Website und Facebook Account sind noch nicht richtig aktiv. Sobald sich was tut, werde ich darüber berichten. Ich habe selbst schon richtig Lust auf ein Spiel.

Montag, 15. April 2013

EduCamp in Hamburg



Vom 12. bis 14. April fand in Hamburg das Frühjahrs-EduCamp statt. Ich habe, neben einer eigenen Session zum Thema "Lernen gestern - heute - morgen", auch in einigen Interviews die Gelegenheit für interessante Austausche zum Paradigmenwechsel des Lernens genutzt. Demnächst werden sie als weitere Puzzlesteine in meinem BIG-Picture zum Thema Lernen erscheinen.

Berichte über das Educamp, einen Session-Überblick und alles sonstigen Informationen auf der EduCamp Website.

Montag, 8. April 2013

"Twitterwall"



Wandinstallation bei Base Camp Berlin: Schlagwörter des Tages werden aus Twitter ausgelesen und auf Displays laufend aktualisiert. Aufmerksam wurde ich auf die Arbeit eigentlich erst so richtig, weil ich erstmal verwundert registriert habe, dass da in großen Lettern längere Zeit "Magret Thatcher" stand. So habe ich davon erfahren, dass sie heute gestorben ist.

Dienstag, 26. März 2013

3D-Drucker in der Biotechnologie

Heute auf Spiegel Online ein interessanter Artikel zu 3D-Druckern:

Biotechnologie:
3-D-Drucker sollen Organe herstellen

Es ist ein Medizinertraum und wäre Ende des Organspende-Dilemmas: ein 3-D-Printer, der ganze Organe druckt. Forscher haben erste Prototypen konstruiert. Sie können Haut oder Mini-Nieren produzieren. Schon in ein paar Jahren könnten die künstlichen Gewebe Patienten helfen, hoffen die Forscher.

Autor Sascha Karberg.
Vollständiger Artikel


Weitere Artikel auf Spiegel online zum Thema:
Fotostrecke: Organe aus dem Drucker
3-D-Drucker: Lizenz zum Waffendrucken
Urbee 2: Das Auto aus dem Drucker
Architekturprojekt: Dieses Haus wird in 3D gedruckt
3-D-Drucker: Revolution aus der Düse

Samstag, 9. März 2013

Druck dir die Welt, wie du sie brauchst!

Bei meinem noch relativ neuen und Top-funktionstüchtigen Staubsauger ist eine der beiden kleinen Halterungen für den Staubbeutel abgebrochen. War beim Händler, um das Teil nachzubestellen. Der meinte, keine Chance. Ich muss mir einen neuen Staubsauger kaufen.

Bei der Ars Electronica 2010 habe ich obige Video-Demo über 3D-Drucker gemacht. Sehr anschaulich wurde dort gezeigt, wie so ein Printprozess konkret ablaufen kann.

In (hoffentlich naher) Zukunft werde ich mir also nur noch Open-Source Hausgeräte kaufen, wo die Konstruktionsinformationen der einzelnen Bauteile für den 3D-Nachdruck im Web erhältlich sind. Dann kostet es mich nur das Ersatzteil. Und nachhaltiger ist diesers Ansatz auch.

Freitag, 1. März 2013

Leistungsschutzrecht beschlossen


Quelle netzpolitik.org

Der Bundestag hat heute mit 293 zu 243 Stimmen, bei 3 Enthaltungen das umstrittene Leistungsschutzrecht beschlossen.

Tagung "Fragile Daten"

Heute und morgen findet in Berlin die Tagung "Fragile Daten" statt.

In der Ankündigung heisst es zur überaus spannenden Themenstellung "in den Naturwissenschaften, insbesondere in der Biologie, deutet sich eine Verschiebung von der theoriegeleiteten zur datengetriebenen Forschung an – Folge einer technologischen Revolution, die zugleich einen epistemologischen Bruch markieren könnte. [...] Lässt sich möglicherweise eine Ablösung des Bildes als erkenntnisleitendes Verfahren in den Naturwissenschaften beobachten? Und welche Folgen hätte dieser Bedeutungsverlust für Fachgebiete wie die Medien-, Bild- oder Kunstwissenschaft und die Künste?" (Vgl. Veranstaltungsankündigung der BBAW)

Begleitend ist die Ausstellung «Fischen lauschen. Beginn einer Datenübertragung aus der Arktischen See» von dem Künstler Hannes Rickli im Showroom der Schering Stiftung Berlin bis 23. März zu sehen.

Die Tagung ist ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt von Zürcher Hochschule der Künste, Schering Stiftung und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW).

Tagung "Fragile Daten"
1. und 2. März 2013
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften,
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal,
Jägerstraße 22 – 23, 10117 Berlin
Anmeldung erforderlich

Dienstag, 26. Februar 2013

Handies goodbye!



Habe meine fünf Verflossenen gerade am Stromnetz. Werden heute verschenkt. Ist gar nicht so einfach loszulassen. Goodbye Handies!! Meine beiden Sharp GX10 und GX20 hatte meine Mutter die letzten Jahre genutzt. Jetzt halte ich sie wieder in Händen und entdecke alte Fotos von mir, die ich zu löschen vergessen hatte. Muss wohl schon 10 Jahre her sein...

Goodbye [*[*[*[*Siemens S35*]*]*] :'( Du warst mein allererstes Handy. Klein und handlich!

:'( G*O*O*D*B*Y*E Sharp GX10 und GX20! Ihr wart meine ersten Handies mit Farbdisplay und Handycam

:'( goo==d===b==y==e Motorola E1000. Du warst das 1. UMTS-Handy auf dem Markt. Habe dich 2004 am 1.Tag der UMTS Einführung in Deutschland erhalten. Ich war stolz wie ein Einser.

:'( G|||O|||O|||D|||bye Sony Ericsson V800. Mit dir habe ich meine ersten künstlerischen Mobile Videos gedreht. Briefmarkengross sinnlich!!!

Dienstag, 19. Februar 2013

BIG-Picture - ein innovatives Diskursformat

ZUM MEDIALEN BIG PICTURE

neu *** neu *** neu ***

Bildung ist nur eine der Großbaustellen im gesamtgesellschaftlichen Change-Prozeß. Da wird zwar mittlerweile vielerorts mit hochgekrempelten Ärmeln mit angepackt. Doch oft weiß eine Hand nicht, was die andere tut. Es fehlt ein Bauplan und ein Gerüst, das die unkoordinierten Bautätigkeiten in logische Bauabschnitte strukturiert. Vielen scheint auch unklar, wie das neue "Bauwerk Bildung" in Zukunft überhaupt aussehen wird!

Die letzten vier Monate habe ich mich im Rahmen des Collaboratory "Lernen in der digitalen Gesellschaft" als Strategic Researcher nicht nur inhaltlich mit diesen Herausforderungen auseinandergesetzt. Als Information Designerin lag mir daran exemplarisch auch ein Format zu schaffen das geeignet ist, den diffusen Diskurs in eine Zusammenschau zu bringen. So ist "BIG Picture - Paradigmenwechsel des Lernens" entstanden.

DREIDIMENSIONALE MOMENTANSICHT

BIG PICTURE ist ein analytisches "Werkzeug", das eine dreidimensionale Momentansicht von der "Großbaustelle Lernen" skizziert und damit Einblick und Überblick gibt.

In einer Nahsicht des BIG PICTURE trifft man auf die unterschiedlichen "Fachkräfte am Bau". Jeder erläutert in seiner Sprache und trotzdem anschaulich, was hinter so rätselhaften Termini wie "Postheroischer Unterricht" oder "Collaborative Learning" steht.

Zoomt man aus, kann man die (chrono)logische Anordnung der Begriffe bzw. Begriffskategorien und das strukturierende Ordnungsgerüst sehen. Es ist das tragende Fundament, auf dem die vielen Aspekte des Lernens ruhen.

Noch weiter ausgezoomt, aus der Vogelperspektive des Kranführers, erblickt man Erstaunliches: Es gibt ihn doch, den großen Masterplan! Der mehrstufige Paradigmenwechsel bildet den Grundriß. Von ihm aus läßt sich die Architektur des Lernens, wenn man Baustein für Baustein in logischer Anordnung aneinanderfügt, erstaunlich scharf in die Zukunft projizieren.

CHANGE MANAGEMENT

Das gesellschaftliche Change-Management der Paradigmenwechsel 1.0 und 2.0 hat an vielen Stellen grandios versagt: Zu spät, zu planlos, zu kleinmütig und nicht selten auf falscher Problemhöhe hat man, unter Verzicht auf Gestaltungsmöglichkeiten, auf den Wandel reagiert. Und nun? Da capo? Sollen doch die anderen die Zukunft bauen? Wir ziehen in die fertigen Neubauten ein und entscheiden nur noch, welche Muster die Tapeten und Vorhänge haben?

BIG PICTURE ist eine interdisziplinäre Zusammenschau aus mehr als 50 medialen Experten-Statements zum Thema Lernen gestern - heute - morgen. Sie bietet Gelegenheit, die eigene Arbeit im grossen Ganzen zu verorten. Im Nahbereich benachbarter Aktivitäten wird dies den Austausch intensivieren und Quelle wichtiger Inspirationen und Synergien sein. In der Gesamtsicht wird die Vision des fertigen "Bauwerks Bildung" klarer umrissen. Der Weg dorthin kann künftig koordinierter und zielgerichteter sein.

Auch jeder andere thematische Diskurs des digitalen Paradigmenwechsels kann mit einem BIG Picture in eine Zusammenschau gebracht werden. So lassen sich diese Kommunikationsprozesse bündeln und reflektieren und besser nach vorne bringen.

Die Gesamtergebnisse meines Forschungsprojekts "Lernen. gestern - heute - morgen." findet man auf meinem Webspace dokumentiert. Demnächst gibt es hier noch spannende Interviews u.a. mit Julia Leihener - Creation Center Telekom Berlin und Xaviere Messon, Le Laboratoire Paris.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Lernen in der digitalen Gesellschaft



„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Generationen wurde diese Logik von Bildung mit auf den Weg gegeben. In einer Gesellschaft angekommen, in der Lernen aus den Kinderschuhen hinauswächst und „Lebenslanges Lernen“ zur Maxime wird, ist diese Lebensweisheit obsolet.

Doch ist unser Bildungssystem gewappnet für den Lifestyle von morgen? Wenn Politik nicht mehr in Parteiprogrammen gedacht wird, sondern eine „Liquid Democracy“ sich Bottom-up organisiert? Wenn Dinge des täglichen Lebens nicht mehr am Fließband, sondern co-creativ mit dem Kunden, in individuellen Lösungsprozessen entstehen? Wenn Micro-Märkte aus dem Nichts erwachsen und Produkte wünschen, die Algorithmen erst im Augenblick der Nachfrage aggregieren?

Mit Büffeln und Pauken eines festgeschriebenen Wissenskanons in der Institution Schule ist diesem aufkommenden Lifestyle nicht mehr Genüge getan. Doch wie könnte ein Lernsetting heute schon aussehen, das lebensnah und flexibel, selbstorganisierend und schnittstellenorientiert, individualisiert und sozial vernetzt ist und die Basiswerte einer Informationsgesellschaft vermitteln kann?

ZorahTV hat User- & Innovation-Researcher Judith Mühlenhoff in Berlin zum Austausch über diese Fragestellungen getroffen. Im oben gezeigten Video gibt sie einen Erfahrungsbericht über die Social Learning Plattform Coursera.org und reflektiert Lernen 2.0.

Dienstag, 8. Januar 2013

Wie sozial sind die Sozialen Medien?


Konversationsspiel: Die Künstler Alsleben-Eske-Freunde

Für viele aus der Generation der "Digital Natives" ist das Internet gleichbedeutend mit Facebook & Co. Sie sind in den Sozialen Netzwerken aufgewachsen. Dass (Mit)Teilen der Motor sozialer Vernetzung ist? Logo! Das haben sie im Blut. Aufmerksamkeit? I like! Von der neuen, sozialen Währung hat man sowieso nie genug.

Doch macht all das kontaktieren, kommentieren, anstubsen und vernetzen unsere Gesellschaft wirklich sozialer? Wie sozial sind die Social Tools eigentlich? Was ist dran an der Sozialen Revolution?

Mit diesem Thema beschäftige ich mich zur Zeit intensiver. Mein Beitrag wird Teil einer Publikation über Konversationskunst sein, die die beiden Netzkünstler Kurd Alsleben und Antje Eske demnächst herausgeben. Spannend an ihrer Sichtweise: Sie bringen die neuen Sozialen Medien in Zusammenhang mit vergangenen Konversationskünsten und -kulturen. Auf ihrer Projekt-Website kommunikationskunst.org heisst es dazu:

"Social Software-Dienste wie Facebook, Twitter oder virtuelle Welten wie Second Life erzeugen neue Formen des zwischenmenschlichen Umgangs. Kurd Alsleben, Antje Eske und Freunde – Künstler, Philosophen und Wissenschaftler – erkunden, welche künstlerischen Möglichkeiten mit diesen neuen Kommunikationsformen auftreten und entwickeln eine Kunst der Konversation, die auf eine lange Tradition verweisen kann: von der antiken »ars sermonis«, den Musenhöfen der italienischen Renaissance, der französische Salonkultur des 17. und 18. Jahrhunderts, bis zum Surrealismus und Dadaismus des 20. Jahrhunderts." Mehr...

Donnerstag, 20. Dezember 2012

*~*~+ Creative Christmas +~*~*


digitaler Adventkalender

Dieser Adventkalender der anderen Art ist eine Kreation des Creation Center der Deutschen Telekom T-Labs Berlin. Für jeden Tag bis zur Bescherung wird ein QR Code freigeschaltet. Den scannt man mit seinem mobilen Handheld ein und wird per Link zu einer virtuellen Überraschung weitergeleitet. Mal ist das eine Anleitung für besonders gestaltete Weihnachtskarten, mal heisse Backtipps und mehr.

Julia Leihener, Gründungsmitglied des Telekom Creation Center, ist Initiatorin des digitalen Adventkalenders. Habe sie heute eigentlich getroffen für Interview und Gespräch zum Thema "Lernen im mobilen Lifestyle von morgen". Seit Herbst dieses Jahres nehme ich als Expertin an der "Initiative Lernen in der digitalen Gesellschaft" teil und werde im Januar ausführlich über unsere Arbeit berichten.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

"Sind wir bereit für die Innovationen von morgen?"

Der Diskurs muss hinaus in die breite Öffentlichkeit!

„Hightech-Champion Deutschland – sind wir bereit für die Innovationen von morgen?“ war die Fragestellung eines interessanten Panels in der „stiftung neue verantwortung“ am Berliner Potsdamerplatz.

Gäste waren Prof. Dr. Thomas Prefi (CEO von der P3 Ingenieurgesellschaft), Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves (Professor für E-Governance & Innovation Hertie School of Governance) und Matthias C. Wendt (CEO, InnoFocus Initiator). Moderation: Martin Schössler (Fellow, stiftung neue verantwortung Associates, Forschungsprojekt “Zukunft der Innovation”).

IMPULSE

"Wir arbeiten in Strukturen von Gestern mit Methoden von heute an Strategien für Morgen […]“. Natürlich durfte das bekannte Statement des deutschen Wirtschaftswissenschaftlers Knut Bleicher bei so einem Thema nicht fehlen. Sind Kultur und Struktur die wesentlichen Hindernisse von Innovation in Deutschland? Wie verändert die gesellschaftliche Demokratisierung den Innovationsprozess? Welche Rolle spielt dabei Open Innovation? So einige der zentralen Fragestellungen, die im Raum standen.

OPEN INNOVATION

Die Runde konstatiert, dass der Begriff Open Innovation wissenschaftlich unterdefiniert ist und analysiert, visioniert:

Vielleicht brauchen wir in Zukunft gar keine grossen Unternehmen mehr und damit auch keine grossen Anlauffinanzierungen? Bei Crowd Funding ist das Risiko des Einzelnen so minimiert, dass der Anschub von offenen Innovationsprozessen bemerkenswert niederschwellig wird. Der Einsatz muss noch nicht mal monetär sein, auch Optionen sind gefragt. Mitmachen ist werthaltig und sozial integrativ…

Als Beispiel wird u.a. die US-amerikanische Initiative „Local Motors“ genannt. Unter dem Slogan „Empowering a World of Auto Makers“ agiert eine mobile Community, die Autos mit innovativen Werkstoffen nicht nur ganz nach ihrem Geschmack entwirft, sondern diese nach dem Crowd-Funding Prinzip wirtschaftlich erfolgreich auch in die Realität umsetzt. Wer will, kann sich jetzt sein Wunsch „Kit Car“ im Baukastenprinzip bauen lassen oder legt in sog. Micro-Factories selbst Hand mit an.

Der grosse Internet Pionier Howard Rheingold hat bereits 2003 konstatiert, dass die virtuellen Communities in das reale Leben hinauswachsen. Das Mission Statement von Local Motors macht deutlich, was Rheingold damit gemeint hat: „Local Motors isn't just a community that comes up with ideas; it's your portal for bringing ideas to life.”

MÄRKTE VON MORGEN

Ich denke es ist müssig, die Crowd-Innovationen von morgen aus hergebrachten Unternehmens-, Produkt- und Prozesslogiken ableiten zu wollen. Zu anders wird deren Philosophie nämlich sein.

Die eigentliche und alles definierende Ur-Innovation ist der gesamtgesellschaftliche Paradigmenwechsel selbst: Die Digitale Revolution hat die Menschen ermaechtigt, ihr Wissen global zu teilen. Die Soziale Revolution hat sie gelehrt, dass auch der Einzelne, wenn er sich vernetzt und austauscht, mit diesem Wissen enorme Meinungsautorität und Definitionsmacht erlangen kann. Die mobile Revolution wird uns weisen, wie mittels Strategien mit Präfixen wie Open-, Crowd-, Co- und Bottom-up maßgebliche Innovationen in sich selbst definierenden Märkten entstehen. Diese Märkte der Zukunft haben nichts mit den monolithischen Global Playern von heute am Hut. Dort wird bestehen wer nah dran, flexibel, modular und aggregierungsfähig ist. Und dass es diesen Märkten nicht an Selbstbewusstsein mangeln wird, mögen folgende Statements paraphrasieren:

„Der neue Marktplatz gefällt uns viel besser. Tatsächlich schaffen wir ihn uns nämlich selber. […] Ihr seid eingeladen, aber es ist unsere Welt. Zieht eure Schuhe an der Tür aus. […] Wir wollen, daß ihr 50 Millionen von uns genauso ernst nehmt wie einen Reporter vom Handelsblatt. […] Wir haben Besseres zu tun, als uns darüber Sorgen zu machen, ob ihr euren Wandel noch rechtzeitig in den Griff bekommt, um mit uns ins Geschäft zu kommen. [...] Denkt mal darüber nach: Wer braucht hier eigentlich wen?“ Mehr gefällig? Siehe ->Cluetrain Manifest ;-)

FAZIT

Hohes Bildungsniveau, IT-Affinität, erstklassige Organisationskulturen, kritisches Querdenkerpotential mit jahrzehntelang gewachsener Tradition: Ich denke Deutschland hat gute Voraussetzungen für die Innovationen von morgen. Nur frage ich mich, warum der Aufbruch dorthin so zögerlich geschieht? So wenig neugierig und explorativ! Worauf warten wir?

Sonntag, 25. November 2012

"Kurz Klein Kino?"

(Handy)Clip von Zorah Mari Bauer

Ausnahmsweise ein Cross-Posting aus meinem Kunstblog...

DAS INTERVIEW | DIE RADIO-REPORTAGE

WDR3-Mosaik Reporterin Claudia Friedrich lädt Medientheoretikerin und mobile Artist Zorah Mari Bauer zum dislozierten Talk und Handy-Dreh:

"Kurz Klein Kino? Filme - mit dem Telefon gedreht. Eine Reportage im Selbstversuch." Gesendet im WDR3 Kulturmagazin Mosaik, Freitag 23. November 2012 um 8Uhr. Hier gibt's den AUDIO-PODCAST von dem Gespräch.

DER SELBSTVERSUCH | DIE VIDEO-DOKUMENTATION

Journalistin und Radiokünstlerin Claudia Friedrich und Mobile Art Künstlerin Zorah Mari Bauer verabreden sich unbekannterweise zu einem gemeinsamen Walk und Talk über Ästhetik und Kultur des Handyfilms. Die eine flaniert mit ihrem Mobile am Ohr in Köln, die andere mit dem Handheld durch ihr Viertel in Berlin.

Akustische Eindrücke via Telekommunikation und Beschreibungsversuche des eigenen Ortes werden bei der anderen zur imaginierten Impression. Die beim audiellen Austausch spontan bis unintendiert entstandenen Videobilder sind Quellmaterial für eine zweigeteilte Dokumentation ein und desselben Gesprächs.

Was dabei herauskommt in Köln und Berlin ist für beide Gesprächspartnerinnen überraschend und in einer Zusammenschau von zwei sehr unterschiedlichen Video-Clips zu sehen. Zorahs aggregierte (Handy)Dokumentation findest du auch oben in diesem Blogpost. Am besten guckst du ihn dir an in 1080p HD-Qualität mit Vollbildmodus (klick dafür das kleine Rädchen, danach die vier Ecken in der Playerleiste).

Freitag, 26. Oktober 2012

Semantic Media Web


Maya Stufenpyramide, 3D-Rekonstruktion
Foto by Wikipedia - GROSSANSICHT


INNOVATIONSFORUM

Anfang dieser Woche fand das zweitägige „Innovationsforum Semantic Media Web“ in den Räumen des Berliner Tagesspiegel statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie man aus den wachsenden Datenströmen, die wir als digital Handelnde hinterlassen, Informationen maschinell extrahieren kann. Wie lassen sich daraus automatisiert und selbstorganisiert neue Zusammenhänge, neues Wissen, neue Produkte generieren? Welche innovativen Geschäftsmodelle für die Kultur- und Medienbranche werden in dieser nächsten Etappe des Web entstehen?

Wo bei konventionellen Konferenzen mit Fokus auf den Vorträgen Zeit für gerade mal ein paar Publikumsfragen bleibt, erwies sich beim Innovationsforum das Diskurs orientierte Austauschformat als produktiv für die Bearbeitung des komplexen und visionären Themengebiets. Verlage stellten ihre datengetriebenen Projekte vor und TV, Kulturgüter, Open Data und Open Government wurden in Workshops reflektiert.

DIE ZUKUNFT VON SEMANTIC MEDIA WEB

Es ist erstmal bloß ein Bauchgefühl, dass Semantic Media in größerem Ausmaß als heute erahnbar unsere Zukunft wird. Aber warum? Wieso? In welcher konkreten Form? Die Märkte der Zukunft werden dynamisch, individuell und aus einem mobilen Lifestyle heraus vor Ort Bottom-up generiert. Sie sind das Ende der hinkenden Zielgruppen Strategie. Wie will man also unscharfe Environments wie diese Mikromärkte von Morgen wirtschaftlich, kulturell begehbar machen?

Eine maschinelle Aufbereitung der unüberschaubaren, heterogenen Informationsströme ist sicherlich die einzige realistische Option. Denn für das Kundenbedürfnis wird im Internet der Dinge aus einer Auswahlvielfalt spontan das passende Produkt aggregiert. Dass das nicht funktionieren kann, wenn wir weiter von Hand unsere Welt mittels Tags mühsam taxonomieren, liegt nahe. Folksonomy kann nicht die Zukunft sein! Algorithmen werden bei diesem next Big Step eine treibende Kraft. Und wie bei jedem Systemwechsel hat auch diese Medaille zwei Seiten.

BEISPIELE DES SEMANTIC MEDIA WEB?

Ein kritisiertes Beispiel erinnere ich von einem Symposion in 2008. Die Wissenschaftlerin Iris Meyer referierte zum Thema „Erkennung von 'Micro Expressions'" folgendes: Eine Passantin sitzt wartend in der U-Bahn Station. Sie wird als mögliche Selbstmord Kandidatin von der Micro Expressions Überwachungs-Software identifiziert. Schließlich hat sie schon einige Züge passieren lassen und verharrt mit geneigtem Haupt. Das deutet laut Pattern auf Selbstmordkandidaten hin. Dass sie nur liest, hat die Software (noch) nicht erkannt.

Ein faszinierendes Beispiel habe ich 2009 auf der Ars Electronica, einem Festival für Medien, Kunst und Gesellschaft, gesehen. Hier werden anhand reiner Datenpunkte (Scan und Geodäsie) verloren gegangene Kulturgüter in 3D rekonstruiert und real begehbar gemacht. In Zukunft kann man also jenseits eines Screens im virtuell-realen Cyberspace in Pyramiden und durch ein wieder auferstandenes Pompeii flanieren und mit deren rekonstruiertem Alltag interagieren.

Wenn die virtuelle und die reale Welt zusammenwachsen, wird das Semantic Media Web also voll atemberaubender, aber auch kritikwürdiger Möglichkeiten sein. Diese auszuhandeln wird hoffentlich im qualifizierten gesamtgesellschaftlichen Diskurs geschehen.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

DATA DAYS in Berlin



zorahTV hat mit Christian Hillemeyer von den DATA DAYS in Berlin gesprochen. Die Anfang dieser Woche von nugg.ad veranstaltete Konferenz trägt der Tatsache Rechnung, dass die Automatisation der Datenverarbeitung ein nächster BIGStep auf dem Weg in die Informationsgesellschaft ist. Die Data Days sollten Gelegenheit geben, konkrete Beispiele wie künftige Potentiale, aber auch gesellschaftliche Herausforderungen dieses Paradigmenwechsels einem breiten Forum vorzustellen und einen Diskurs darüber anzustossen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung am 1. und 2. Oktober unter http://www.data-days.com/ - Die Konferenz wurde auch per Video dokumentiert.

Donnerstag, 27. September 2012

Cloud...



...Variante naturalistisch.

Montag, 17. September 2012

informationelle Selbstbestimmung



zorahTV hat Andreas Schumann von der internetPOST AG auf der Konferenz netz:regeln 2012 in der Heinrich Böll Stiftung Berlin zu seinem Projekt Safe-Address interviewt.

Safe-Address ist ein Modell zur informationellen Selbstbestimmung, bei dem die Bürger selbst festlegen, welche ihrer Daten von wem genutzt werden dürfen. Der Ansatz sieht vor, technische Infrastruktur und Nutzerprofile zu trennen, um Machkonzentrationen wie bei Facebook und Google zu verhindern. Eine Genossenschaft verwaltet die Nutzerprofile und baut damit gemeinsames Kapital auf.

Freitag, 14. September 2012

Walled Gardens versus offenes Netz


Blick aus dem Fenster der Veranstaltungs-Location

Heute fand in den Räumen der "stiftung neue verantwortung" am Potsdamer Platz Berlin gemeinsam mit Googles Initiative Co:Lab ein Netzwerktreffen zum Thema "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten" statt. Gemeint ist ein Internet, das immer mehr zu einem Netz digitaler Ökosysteme und geschlossener Subsysteme wird. Special Guests waren Jeanette Hofmann (Institut für Internet und Gesellschaft HU Berlin) und Urs Gasser (Harvard University).

Gar nicht so leicht, ein treffendes Bildmotiv für meinen Blogbericht über diese Veranstaltung zu finden. Ich muss ein wenig schmunzeln, als mein suchender Blick aus dem Fenster der Veranstaltungslocation fällt: Da ist er, der "Walled Garden", wie man diese geschlossenen Ökosysteme auch zu nennen pflegt: Ein kleines Fleckchen Innenhof-Grün, ummauert von modernistischem Fassaden-Einerlei. Treffender hätte mir der Zufall das Motiv nicht in die Hände spielen können...

Im Laufe der Diskussion ist viel die Rede von der sog. AGFA, wie die Gruppe der global Player Amazon, Google, Facebook und Apple im Fachjargon auch genannt wird. Es fallen Statements wie: Selbstregulierung ist kein Werkzeug, das funktioniert. Wieviel Regulierung braucht die Telekom, um innovativ zu sein? Der größte Feind der Freiheit ist der glückliche Skalve. Regulierung zur Sicherung der Innovation ist ein Haase und Igel Spiel.

Erstaunlich, wie oft der Name Facebook und Google fast synonym mit Innovation fällt. Einer meint dann, wirkliche Innovation komme nicht von großen Firmen. Ein anderer: Überleben sich die global Player nicht ohnedies irgendwann? Mir ist es ein Anliegen deutlich zu machen, dass die wirklich grosse Innovation der gesellschaftliche Paradigmenwechsel ist, die soziale Revolution, die die nicht proprietäre und offene Erfindung World Wide Web ermöglicht. Erst nachrangig sind es die Tools und Plattformen, die schlaue Unternehmen für sich zu Goldgruben machen. Einer postet abschliessend in Twitter: "innovation lebt von der meinungsautorität desder einzelnen und ist soziales thema. -> das internet der teilhabe". Und ich kann ihm wirklich nur beipflichten.

Es war eine konzentrierte und anregende Diskussion. Wer mehr dazu lesen will: Es gibt einen gut analysierenden Policy Brief mit dem Titel "Schönes neues Internet? Chancen und Risiken für Innovation in digitalen Ökosystemen". Die Tweets zur Veranstaltung sind zu finden unter den Stichworten #colab6 und #snv. (Nachtrag: Die Tweets sind leider nicht mehr verfügbar).

Mittwoch, 12. September 2012

No Risk No Fun...



„Vorsicht Stufe“, steht auf der Haupttreppe der Humbold Universität Berlin, die mich in den Senatssaal, zum „Forum für Internet, Politik und Innovation“ führt. Es steht auf jeder einzelnen der rund 50 Stufen! Fein säuberlich, perfekt zum edlen Marmor passend auf Messingschildern. Vorsicht Stufe Vorsicht Stufe Vorsicht Stufe Vorsicht Stufe Vorsicht Stufe Vorsicht Stufe Vorsicht…

Beim Symposion „Xinnovations“ geht es dann erfreulicherweise weit weniger vorsichtig zu. Hier treffen sich Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik, um mit Weitblick die Themen der digitalen Gegenwart und Zukunft zu diskutieren und „neue Allianzen für technologische Innovationen zu schaffen“.

Thema gestern Nachmittag: Informationstechnologien sind nicht mehr als Stand-alone Anwendungen zu begreifen, sondern sie vernetzen sich und erlangen dadurch immer grössere gesellschaftliche Relevanz. Armin Berger von 3pc hat sich u.a. am Beispiel von Liquid Democracy mit der Frage befasst, wie sich „Onlinepartizipation zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ macht und ob sich komplexe Prozesse wie Politik mittels Software überhaupt sinnvoll partizipativ abbilden lassen. Mathias Schindler von Wikimedia Deutschland gab Einblicke, inwieweit Wikipedias Regeln selbstregulierend durch die Crowd gewachsen sind.

Dr. Hendrik Send, vom Institut für Internet und Gesellschaft stellte das Forschungsprojekt „Innovation Index“ vor, das die Parameter durchleuchtet, die einen Innovationsprozess erfolgreich machen oder scheitern lassen. Interessant daran der Versuch, Innovation zu objektivieren und so reproduzierbar zu machen. Denis Eser von Hyve zeigte Beispiele, wie innovative Marktforschung dazu beiträgt, dass mittels Crowdpower innovative Produkte entstehen. Und Dipl.-Ing. Steffen Heyer von der Technischen Universität Berlin demonstrierte, wie „Kollaborative Produktentstehung im Maschinenbau“ funktioniert.

Die Veranstaltung läuft heute noch mit Schwerpunkten zu Datenschutz- und Sicherheit, Informationelle Fremd-/Selbstbestimmung und E-Democracy.

Montag, 27. August 2012

"Campus Party Europe" in Berlin



Im stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof fand vom 21. bis 26. August 2012 die „Campus Party Europe“ statt, ein jährliches Netzwerktreffen der Entwickler, Hacker und Gamer. 1997 wurde die Konferenz in Spanien ins Leben gerufen und findet seither immer wieder neue Austragungsorte, vorwiegend im spanischsprachigen Raum. Headquarters gibt es mittlerweile aber auf dem ganzen Globus, auch in Deutschland.



Ausgelegt war der Event in Berlin für tausende von Teilnehmern. Auf der Website prangt ein fetter Schriftzug „Capacity 10.000“ und darauf in Rot das „sold out“. Ganz so viele sind es zumindest Samstag Nachmittag aber nicht, die sich in den XXL-Dimensionen des ehemaligen Flughafens tummeln.



Gesponsert wurde der Event mit dem Schwerpunkt digitale Innovationen von den global Playern der Branche. Das ergab einen ganz eigenen Mix aus nerdigem Individualismus und Business Mainstream, Marketing Sprech und Cluetrain Pioniergeist.



Angeblich waren es Teilnehmer, die mit vielen kleinen Post it’s auf einer Containerwand dieses hübsche Logo für die Campus Party zusammen gepuzzelt haben...

Meine Zeit war zu kurz für einen umfassenden Überblick über das vielfältige und mehrfach gelayerte Geschehen. Daher hier einfach ein paar subjektive Snapshots...



Da gab es Pitches für Startups…



...das geistige Rüstzeug bekam man gleich mit dazu auf den Weg.



Ein bequemes Sitzkissen, das Notebook als Schreibtischersatz salopp auf dem Schoß - fertig ist das mobile Büro. Mit der richtigen Idee geht’s auch Bottom-up zum Erfolg…



Ich hörte interessante Vorträge...



... z.B. über open collaborative Searching Maschines und Provider unabhängigen Webaccess, über den Vorteil der Cloud gegenüber installierter Software und über 3D-Drucker, die nicht mehr nur Objekte drucken sondern ganze Maschinen und sich auf diese Weise selbst vermehren.



Bei einer Demo der finalen Version von Windows 8 erfahre ich, dass man künftig zwischen einem traditionellen Desktop Interface und einer dem Smartphone ähnlichen Oberfläche namens „Metro“ flexibel hin- und her switchen kann und dass Microsoft die Veröffentlichung von Windows 8 für Mitte Oktober plant.



Nach so viel richtungsweisendem Input brauche ich einen Slow-down...



Auf einem Fleckchen Grün kickt gerade ein Roboter vor sich hin. Ambitioniert nimmt er Schwung, doch der Fuß geht ins Leere. Einmal, zweimal, dreimal… Irgendwann trifft er schliesslich doch den Ball. Tor! Die lahme Ente von Torwart ließ ihn unbeteiligt passieren, wirft sich aber hinterher theatratisch hin. Aller Anfang ist schwer, für nen Roboter Kicker umso mehr…



Ich will gerade aufbrechen, da läuft mir ein Ausserirdischer über den Weg. Er heisst David Perks (UK) und studiert Filmproduction in UK. David erklärt mir, dass sein Head-Set in alle Richtungen aufzeichnet. Er experimentiert damit für seinen Masters of Technology. Jetzt werde wohl auch ich gefilmt. Hello World!



Etwas nerdig und monokulturell: 90% der Campus Party Teilnehmer sind Männer zwischen 20 und 40. Als ich auf dem Weg zum Ausgang einen Computer, eingebaut in den Korpus einer vollbusigen Fantasy-Puppe entdecke, wird mir klar: Es liegt wohl nicht allein am Thema, sondern auch an den Role Models in den Köpfen der Jungs ;-)

Mittwoch, 1. August 2012

"The Future Archive" - MIT


Lichtobjekt (Ausschnitt) - Olafur Eliasson

Am Sonntag war ich kurz entschlossen bei der Finissage der Veranstaltungsreihe "The Future Archive" im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.). Seit Anfang Juni gab es dort mehrere Events zu diesem Schwerpunkt. Schade, ich habe keines davon mitbekommen und konnte auch keine Dokumentation der einzelnen Veranstaltungen finden. Ich weiss ja nicht, was ich versäumt habe, aber das Thema ist brandheiss, beginnt doch Cloud-Computing gerade unsere bisherigen Kulturen des Archivierens völlig auf den Kopf zu stellen.


"Black Film" (1965-69, Snapshot) - Aldo Tambellini

Vor Ort gab es von der Kuratorin der Reihe "The Future Archive", Prof. Ute Meta Bauer (Massachusetts Institute of Technology, Cambridge|USA), eine Einführung in das begleitende Ausstellungsprojekt. Es greift künstlerische Ansätze der 1970er und 1980er Jahre aus dem Kontext des Center for Advanced Visual Studies am MIT auf und zeigt, wie aktuelle interdisziplinäre Positionen künstlerisch darauf reagieren.


Kochkunst - Dieter Froelich

Am gleichen Arbend war Sommerfest des n.b.k. Für das kulinarische Begleitprogramm stand man bei netten Gesprächen und smarten Temperaturen draussen im Innenhof in der Schlange und wartete, bis die Kochkunst von und mit Dieter Froelich und seiner "Restauration a.a.O" einen Output in Puddingform produzierte. Auf dem Speiseplan standen "Fleischpudding mit Cumberland-Sauce" und "Steinpilzpudding mit flüssiger Butter".


"Restauration a.a.O." - Dieter Froelich

Um 20 Uhr wurde ich von der ziemlich sinustonlastigen Klangperformance von Florian Hecker (Wien) nochmal ordentlich durchgerüttelt. "Das ruft Hörwahrnehmungen hervor, die nicht auf realen Tönen basieren", erfuhr ich von Robert, dem Kurator des Sound Acts sinngemäß. Ich musste an die beeindruckenden Performances des amerikanischen Soundkünstlers Z'EV, an die Glenn Branca Band und andere ohrenbetäubende Kunst- und Erkenntnisformen der letzten Jahrzehnte denken und was wohl damals mein Trick war, dass vordergründige Ohrenpein zum Kunstgenuss wurde.

Sonntag, 15. Juli 2012

Ars Electronica in Berlin



Eine halbvolle Glasschüssel mit einer Puppe vor sich herzutragen, dürfte eigentlich kein Problem sein, es sei denn, die Utensilien sind Teil von "Save yourself!!!" (2007), einem Artproject des japanischen Künstlers Junji Watanabe. Schwankt die Puppe in der Glasschale, so wird diese Information mittels Technik auf den Gleichgewichtssinn des Trägers übertragen. Der schwankt nun auch.



Heutzutage lässt sich der Nutzer eines Navigationsgerätes noch old fashioned per Visualisierung und Stimmführung an sein Ziel lotsen. Der Schweizer Künstler Martin Frey bietet eine ganz neue Navigationserfahrung. Seine "CabBoots" (2006) lenken den Fußgänger intuitiv zum Ziel, indem sich die Sohlen jeweils in die entsprechende Richtung neigen. Kein lästiges Hantieren mehr mit dem Navi. Künftig kann man per pedes Eis essen und Händchen halten zugleich ;-)



So nah und doch so fern! So ließe sich die Idee der "Inter-Discommunication Machine" (1993) von Kazuhiko Hachiya auf den Punkt bringen. Jeweils zwei Mitspieler agieren miteinander. Beide tragen ein Equipment, das sie per Videokamera und Headset-Monitoren mit Sicht und Geräuschwahrnehmung des Teampartners ausstattet. Sie sollen zueinander kommen, doch nicht selten stehen die beiden Agenten in Reichweite und finden sich trotzdem nicht. Welche Herausforderung, dieser Tausch der Sinne, der partielle Identitätswechsel zwischen ich und Du!



"Viel Lärm um nichts", könnte man die Installation "Tipp-Kick" des amerikanischen Künstlers Joseph Herscher mißverstehen. Mit großem Aufwand werden Gegenstände nach dem Prinzip "Impuls und Bewegung" miteinander zu einer komplizierten Kettenreaktion verknüpft, um letztendlich eine möglichst triviale Aufgabe zu erledigen: In diesem Fall schlägt ein Plastikhammer einer Kickerfigur auf den Kopf (eigentlich auf einen Knopf auf dem Kopf). Das setzt den Fuß des Tipp-Kickers in Bewegung und der kickt den Ball.



Die Parcour Künstler von "Democracia" (ES) scheinen die Gesetze der Schwerkraft ausser Kraft zu setzen. Mauern, Säulen, Häuserkluften überwinden sie scheinbar mühelos. Kein Hindernis ist zu groß, um nicht direttissimo ans Ziel zu gelangen. Wieviele Knochenbrüche nötig sind, um so weit zu kommen, wurde allerdings nicht dokumentiert ;-)



"The Tenth Sentiment" des japaninschen Künstlers Ryota Kuwakubo ist ein Spiel mit Licht und Schatten. Ein Salatsieb, eine Handvoll angespitzter Bleistifte, zwei Papierkörbe mit Gitterprägung… Alltägliche Utensilien säumen die Schienen einer Miniatureisenbahn. Eine Spielzeuglok wirft ihr Scheinwerferlicht voraus und zaubert atemberaubend poetische Schattenwelten an Wand.

Alle Exponate sind Teil der Ausstellung
ARS ELECTRONICA „Impuls und Bewegung“
12. Juli bis 16. September 2012
Volkswagen Automobil Forum
Unter den Linden 21, 10117 Berlin
Mo bis So von 10.00 - 20.00 Uhr
Eintritt frei