Dienstag, 26. Januar 2010

Ausser Spesen nix gewesen

Flughafen Köln|Bonn

Über ein analoges Poststück, das von unterwegs per Snailmail auf den Weg gebracht werden soll:

Der Papierbogen, der vor mir liegt, ist o.k. Er hat die erste Reise-etappe im prall gefüllten Koffer mit nur leichten Beulen überstanden.

Das Schriftstück ist fertig getippt im Notebook und wartet auf den Ausdruck. Wo bekomme ich eine Druckmöglichkeit her? Einfallsreichtum ist gefragt.

Hat geklappt, war aber nicht einfach!

Jetzt fehlen nur noch Briefmarken. Die werde ich später auf dem Weg zum Bahnhof schnell noch beim Automaten ziehen.

Unter post.de gecheckt, wieviel Porto drauf muss. Kann ja nicht auch noch meine digitale Waage mit auf Reisen nehmen. Also lieber großzügig bemessen - sicher ist sicher, nicht dass dadurch unnötige Verzögerungen entstehen.

Eben auf bahn.de den neuen Verspätungsservice eingesehen: Meine Zugverbindung zum Flieger hat nennenswerte Verzögerung. Ich disponiere um, muss nun doch versuchen, den vorhergehenden Zug zu erreichen. Das wird knapp. Meinen Schlenker zur Post kann ich vergessen.

Ich rekapituliere: Post innerhalb Deutschland 1 bis 2 Tage, von Wien aus mindestens 3, meistens 4 Tage. Letzteres wäre zu spät. Also muss das Schriftstück noch VOR meinem Abflug zur Post.

Zugverspätungen haben auch ihr Gutes. Sitze jetzt in einem früheren, auch deutlich verspäteten Zug. Bin dadurch quasi fast wieder im Fahrplan.

Flughafen Köln|Bonn: Wo kann ich denn hier einen Brief aufgeben? Die freundliche Flughafenangestellte weist mir den Weg zum einzigen Briefmarkenautomaten am Terminal.

Was für ein Glück, Briefmarken und -kasten in trauter Zweisamkeit!

Ich krame Kuvert und Portemonnaie aus der Tasche und berühre den abgeblendeten Bildschirm. Nichts tut sich.

Der Toilettenfussbodenreinigungsmann schiebt nebenan am WC-Zugang seelenruhig seine Reinigungsmaschine vor sich her. "Na sehn sie denn nicht, der Automat kann nicht gehn, da musste doch der Stecker für unsere Maschine dran".

Bereitwillig steckt er nach einer längeren Besinnungspause den Briefmarkenautomatenstecker wieder in die Steckdose.

Out of Order! prangt es auf dem Display. Nein, das kann nicht sein, so kurz vor dem Ziel! Ich tippe fassungs- und daher wahllos auf den Tasten. "Na vorhin grade ging er noch", bestätigt mir der Servicemann und zeigt keinerlei Anzeichen von Reue.

5 Minuten früher und meine Snailmail Odysee hätte ein gutes Ende gefunden, also...

Wien Schwechat an. Wien Westbahnhof an.

Schnell noch mit schwerem Gepäck über Rollsplit zur Post, bevor die vielleicht auch noch schliesst.

Endlich! Der Brief ist auf dem Weg...

Better Late than Never!

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