Montag, 16. August 2010

Open Source Design Camp


OPENSIMSIM MEETS OPEN DESIGN CITY from opensimsim.net on Vimeo.

Der Bedeutung von Interfaces wird im Produktionsprozess bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht selten werden sie einfach nebenher "mitprogrammiert" und sind dadurch nicht nutzungsgerecht und spröde.

Unter dem Titel "OpenSimSim meets OpenDesignCity" hat am 15. August ein Open Source Design Camp im Betahaus Berlin stattgefunden. Intention dieses Zusammentreffens, zu dem der Architekt Daniel Dendra (anotherarchitect's blog) eingeladen hatte, war die umgekehrte Herangehensweise: Interfaces nicht von technischer Seite her zu denken, sondern ausgehend von uns Menschen und den Dingen, die wir alltäglich in unseren Händen halten. In einem Brainstorming wurden erstmal bereits existierende Ideen gesammelt. Da war die Rede von…

…der Oma, die beim Staubwischen den digitalen Bilderrahmen hochhebt und automatisch die aktuellen Fotos ihres Nachwuchses von der Community Plattform eingespielt bekommt.

…von der Kreditkarte, die immer dicker wird, je mehr Geld auf meinem Konto ist (Achtung, Protzpotential ;-)

Auch der intelligente Kühlschrank, Paradebeispiel Anfang dieses Jahrzehnts für die "Welt von morgen", kam ins Gespräch. Er hat daszugelernt! Er ist nicht mehr nur intelligent, weil er merkt, welche Nahrungsmittel zur Neige gehen und diese automatisch nachbestellt. Er ist inzwischen auch nachhaltig und sozial: Rechtzeitig vor Verfallsdatum meiner Lebensmittel lädt er nämlich meine Freunde zum Essen ein. Natürlich nicht ohne vorher passende Essensvorlieben und terminliche Verfügbarkeit abgeglichen zu haben.

Ein sehr frühes Projekt, das die Idee eines social Interface nicht treffender auf den Punkt gebracht haben könnte, ist übrigens "Free Hugs" (freie Umarmungen) vom Australier Juan Mann.

In einem weiteren Schritt wurden in unserer Runde eigene Ideen von social Interfaces entworfen. Aufhänger waren mitgebrachte Haushaltsgegenstände, die man nicht mehr benötigt, jedoch nicht wegwerfen, sondern einer weiteren Nutzung zuführen möchte.

Im Gespräch waren Erlebniskontext bezogenes Lernen, verbesserte Nachhaltigkeits-Strategien durch direkten Vergleich ökologischen Handelns in der Community oder wie Blumen nicht nur schön, sondern auch sozial sein können.

Die Ideen dieses inspirierenden Zusammentreffens wurden per Videostatements im anotherarchitect's blog gesammelt und sind in obiger Videodokumentation (Projektbestandteil der diesjährigen Biennale in Venedig) zu sehen.

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